Manninger, Kerstin; kerstin.manninger@gmail.com
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User Testing (oft synonym zu Usability Testing gebraucht) ist eine wichtige Methode, um gute Usability und User Experience sicherzustellen. Sie kann bereits sehr früh in einem Projekt eingesetzt werden, um die Problemstellung bestmöglich zu verstehen, noch bevor es in die Umsetzung geht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von User Testing sind die intendierten Benutzerinnen und Benutzer eines Systems, Tools oder Interfaces (Norman 2013, S. 228-229). Bei einem User Test wird beobachtet, wie eine Person versucht, einen Prototyp oder eine bereits implementierte Lösung tatsächlich zu benutzen und währenddessen sie ihren Gedankengang mündlich kommuniziert. Eine Moderatorin oder ein Moderator hat hierfür einige Aufgaben vorbereitet, beobachtet und hört zu. Ziel ist es, die Benutzung möglichst einfach und intuitiv zu gestalten (Krug 2010, S. 13–14).
Für ein qualitatives Ergebnis reichen bereits drei bis fünf Personen aus, um die gröbsten Probleme zu finden. In einem iterativen Prozess wird bevorzugt, in regelmäßigen Abständen zu testen, statt am Ende des Projektes einen großen User Test durchzuführen (Norman 2013, S. 228–229; Krug, S. 23–25).
User Tests können gemeinsam vor Ort, beispielsweise am Arbeitsplatz der Teilnehmerin oder des Teilnehmers, aber auch remote, mit einem Videokonferenz-Tool und durch das Teilen des Bildschirms stattfinden. Mittels eines dedizierten Remote Testing Tools kann ein User Test unmoderiert und asynchron abgehalten werden, sprich ohne Interaktion und Anwesenheit einer Moderatorin oder eines Moderators und zeitlich unabhängig (Moran 2019). Ein gewichtiger Nachteil von unmoderierten User Tests ist, dass mit der Teilnehmerin oder dem Teilnehmer kein Gespräch geführt werden kann und daher Hintergründe für bestimmte Aktionen möglicherweise nicht nachvollzogen werden können (Barnum 2011, S. 45).
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass auf User Tests keinesfalls verzichtet werden sollte und je früher sie im Projekt eingesetzt werden, desto einfacher und kostengünstiger können Erkenntnisse gewonnen und Änderungen vorgenommen werden. Auch wenn man nicht Expertin oder Experte für User Experience ist, so kann doch jede oder jeder einen guten User Test konzipieren und durchführen, der Erkenntnisse schafft. Es ist empfehlenswert, User Tests durchzuführen, anstatt aufgrund fehlender Expertise ganz darauf zu verzichten (Krug 2010, S. 9; Ridge 2015).
Literatur:
- Barnum, Carol M. 2010. Usability testing essentials: ready, set-- test Usability testing essentials. Burlington, MA.
- Krug, Steve. 2010. Rocket surgery made easy: the do-it-yourself guide to finding and fixing usability problems Rocket surgery made easy. Berkeley, CA.
- Moran, Kate. Usability Testing 101. URL: https://www.nngroup.com/articles/usability-testing-101/
- Norman, Donald A. 2013. The design of everyday things. New York, New York.
- 2015. In: Let Your Projects Shine: Lightweight Usability Testing for Digital Humanities Projects Let Your Projects Shine. Youtube.
- Warwick, Claire. 2012. Studying users in digital humanities. In: Digital Humanities in Practice. Hrsg. von Claire Warwick, Melissa Terras und Julianne Nyhan. London, S. 1-22.