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      <titleStmt>
        <title type="main">Nachlassedition</title>
        <author>
          <persName>
            <forename>Lina Maria</forename>
            <surname>Zangerl</surname>
          </persName>
        </author>
        <respStmt>
          <resp>Projektleitung</resp>
          <persName>
            <forename>Helmut W.</forename>
            <surname>Klug</surname>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <resp>Datenmodellierung</resp>
          <persName>
            <forename>Selina</forename>
            <surname>Galka</surname>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <resp>Datenmodellierung</resp>
          <persName>
            <forename>Elisabeth</forename>
            <surname>Steiner</surname>
          </persName>
        </respStmt>
        <funder>Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft </funder>
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      <publicationStmt>
        <publisher>
          <orgName corresp="https://informationsmodellierung.uni-graz.at" ref="http://d-nb.info/gnd/1137284463">Zentrum für
                  Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities,
                  Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
          <country>Austria</country>
        </publisher>
        <authority>
          <orgName corresp="https://informationsmodellierung.uni-graz.at" ref="http://d-nb.info/gnd/1137284463">Zentrum für
                  Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities,
                  Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
          <country>Austria</country>
        </authority>
        <distributor>
          <orgName ref="https://gams.uni-graz.at">GAMS - Geisteswissenschaftliches Asset
                  Management System</orgName>
        </distributor>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0">Creative Commons
                  BY-NC 4.0</licence>
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        <date when="2024">2024</date>
        <pubPlace>Graz</pubPlace>
        <idno type="PID">o:konde.140</idno>
      </publicationStmt>
      <seriesStmt>
        <title ref="http://gams.uni-graz.at/konde">KONDE Weißbuch</title>
        <respStmt>
          <resp>Projektleitung</resp>
          <persName>
            <forename>Helmut W.</forename>
            <surname>Klug</surname>
          </persName>
        </respStmt>
      </seriesStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title>Weißbuchartikel: Nachlassedition</title>
          <author>Lina Maria Zangerl</author>
          <publisher>
                    Herausgegeben von Helmut W. Klug unter Mitarbeit von Selina Galka und Susanne Höfer
                </publisher>
          <date>2024</date>
          <country>Austria</country>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <projectDesc>
        <ab>
          <ref target="context:konde" type="context">KONDE Weißbuch</ref>
        </ab>
        <p>Im KONDE-Projekt, das aus Hochschulraumstrukturmitteln finanziert wird, beschäftigten
               sich sieben universitäre Partner und drei weitere Einrichtungen aus unterschiedlichen
               Blickwinkeln mit theoretischen und praktischen Aspekten der Digitalen Edition. Ein
               Outcome des Projektes stellt das Weißbuch dar, welches über 200 Artikel zum Thema
               Digitale Edition umfasst. Die behandelten Themenkomplexe reichen dabei über Digitale
               Editionswissenschaft im Allgemeinen, Annotation und Modellierung, Interfaces,
               Archivierung und Metadaten bis hin zu rechtlichen Aspekten.</p>
      </projectDesc>
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        <language ident="de">Deutsch</language>
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      <listChange prev="TEI_SOURCE.2024-05-17">
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          <ab>Überarbeitung</ab>
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      </listChange>
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    <body>
      <div>
        <head>Nachlassedition</head>
        <div>
          <head>Zangerl, Lina Maria; linamaria.zangerl@plus.ac.at </head>
          <p>Eine Nachlassedition ist eine Edition von Dokumenten aus persönlicher oder
                  institutioneller Provenienz. Unter einem Nachlass sind dabei im weitesten Sinn
                  alle Materialien zu verstehen, die über das private und öffentliche Leben einer
                  Person Aufschluss geben können. Das sind zumeist unikale Schriftstücke, aber auch
                  Drucke, Arbeitsbibliotheken, Bilder, audiovisuelle Materialien und Gegenstände
                  sowie auch digitale Nachlassteile, die sich bei Personen wie Politikerinnen und
                  Politikern, Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Künstlerinnen und Künstler und
                  Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu ihren Lebzeiten angesammelt haben.
                     <bibl>(Bülow 2016, S. 145)</bibl> Während sich die archivarische und
                  bibliothekarische Erschließung von Nachlässen auf das Ordnen und Verzeichnen der
                  Nachlassbestandteile konzentriert, nimmt eine Nachlassedition die Veröffentlichung
                  vor. Historische Nachlasseditionen waren dabei oftmals Manipulationen der
                  Editorinnen und Editoren ausgesetzt, wie berühmte Beispiele (Nietzsche, Novalis,
                  Kafka) zeigen. <bibl>(Woesler 2003, S. 62)</bibl>
          </p>

          <p>Der Begriff Nachlassedition wird auch für Editionen einzelner, ausgewählter
                  Quellen aus dem Nachlass verwendet. Meist sind aber vor allem Editionen gemeint,
                  die ganze Nachlässe abzubilden versuchen. Von anderen Editionstypen unterscheidet
                  sich die Nachlassedition dahingehend, dass sie die überlieferten Originale in den
                  Mittelpunkt rückt. Die Edition ganzer Nachlässe hat zum Ziel, wie auch die <ref target="/o:konde.33" type="internal">Archivedition</ref>, eine möglichst
                  ‚objektive‘ Erfassung aller Textzeugen im Sinne einer Grundlagenforschung (auch
                  für weitere, aufbauende Editionen) zu präsentieren. <bibl>(Sahle 2013, I,
                     218)</bibl> Faksimilierung und <ref target="/o:konde.197" type="internal">Transkription</ref> des Bestands sind demnach vorrangig, <ref target="/o:konde.28" type="internal">Textkonstitution</ref> und <ref target="/o:konde.34" type="internal">Kommentar</ref> spielen im Vergleich zu anderen
                  Editionstypen eine kleinere Rolle. Somit hat die Nachlassedition, wie die <ref target="/o:konde.160" type="internal">Quellenedition</ref>, zu allererst einen
                  erschließenden Charakter, der keine bestimmte <ref target="/o:konde.100" type="internal">Interpretation</ref> der Dokumente prädisponieren will.
                  Mit der <ref target="/o:konde.93" type="internal">historisch-kritischen
                     Edition</ref> hat sie gemein, dass sie möglichst vollständig alle im Nachlass
                  erhaltenen Textzeugen und Textvarianten aufnimmt. Beeinflusst von der <ref target="/o:konde.46" type="internal">Critique Génétique</ref> will die
                  Nachlassedition den <ref target="/o:konde.127" type="internal">materiellen
                     Bedingungen</ref> des schöpferischen Prozesses Rechnung tragen und zudem die
                  Komplexität der Beziehungen zwischen einzelnen Dokumenten im Nachlass deutlich
                  machen. <bibl>(Hay, Woesler 1979)</bibl>
          </p>

          <p>In dieser Hinsicht ergeben sich durch digitale Nachlasseditionen neue
                  Möglichkeiten: Die Grenzen zwischen Archiv, textgenetischer Forschung und Edition             
     werden im Digitalen fließend. Als beispielhafte, frühe digitale Nachlassedition
                  kann die 2009 erstmals auf DVD erschienene <hi rend="italic">Klagenfurter
                     Ausgabe</hi> sämtlicher Werke, Briefe und nachgelassener Schriften Robert
                  Musils gelten. Heute machen vor allem webgestützte Nachlasseditionen die enge
                  Beziehung von archivarisch-bibliothekarischer Erschließung und Edition sinnfällig.
                     <ref target="/o:konde.168" type="internal">Semantic-Web-Technologien</ref>
                  bieten neue Möglichkeiten, die umfangreichen thematischen, biografischen und
                  topografischen Verbindungen von Einzeldokumenten und Nachlassteilen untereinander
                  und nach außen aufzuzeigen sowie das (Kontext-)Wissen der Bearbeiterinnen und
                  Bearbeiter zu den Originalen beispielsweise auf Basis von <ref target="/o:konde.151" type="internal">Ontologien</ref> zu formalisieren.</p>
          <div type="literature">
            <listBibl>
              <biblStruct corresp="http://zotero.org/groups/1332658/items/YCPSHGQF" type="book" xml:id="Rosenzweig2015">
                <monogr>
                  <title level="m">Successful user experience: strategies and
                              roadmaps</title>
                  <title type="short">Successful user experience</title>
                  <idno type="ISBN">9780128009857</idno>
                  <idno type="callNumber">QA76.9.H85 R664 2015</idno>
                  <author>
                    <forename>Elizabeth</forename>
                    <surname>Rosenzweig</surname>
                  </author>
                  <imprint>
                    <pubPlace>Waltham, Massachusetts</pubPlace>
                    <publisher>Morgan Kaufmann Publisher/Elsevier</publisher>
                    <date>2015</date>
                    <note type="url">https://doi.org/10.1016/C2013-0-19353-1</note>
                  </imprint>
                </monogr>
              </biblStruct>
              <biblStruct corresp="http://zotero.org/groups/1332658/items/5EXR96KU" type="book" xml:id="Sahle2013">
                <monogr>
                  <title level="m">Digitale Editionsformen. Zum Umgang mit der
                              Überlieferung unter den Bedingungen des Medienwandels. Teil 1: Das
                              typografische Erbe</title>
                  <idno type="ISBN">978-3-8482-3970-2</idno>
                  <author>
                    <forename>Patrick</forename>
                    <surname>Sahle</surname>
                  </author>
                  <imprint>
                    <pubPlace>Norderstedt</pubPlace>
                    <publisher>Books on demand</publisher>
                    <date>2013</date>
                  </imprint>
                </monogr>
                <series>
                  <title level="s">Schriften des Instituts für Dokumentologie und
                              Editorik</title>
                  <biblScope unit="volume">7</biblScope>
                </series>
              </biblStruct>
              <biblStruct corresp="http://zotero.org/groups/1332658/items/HN3UPSXX" type="journalArticle" xml:id="Woesler2003">
                <analytic>
                  <title level="a">Der Editor und &apos;sein&apos; Autor</title>
                  <idno type="DOI">https://doi.org/10.1515/9783484604544.50</idno>
                  <author>
                    <forename>Winfried</forename>
                    <surname>Woesler</surname>
                  </author>
                </analytic>
                <monogr>
                  <title level="j">editio</title>
                  <idno type="ISSN">09313079</idno>
                  <imprint>
                    <biblScope unit="volume">17</biblScope>
                    <biblScope unit="page">50-66</biblScope>
                    <date>2003</date>
                    <note type="accessed">2023-06-22</note>
                    <note type="url">https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783484604544.50/pdf</note>
                  </imprint>
                </monogr>
              </biblStruct>
              <biblStruct corresp="http://zotero.org/groups/1332658/items/RNXET2QR" type="book" xml:id="Hay1979">
                <monogr>
                  <title level="m">Die Nachlassedition : Akten des vom Centre National de
                              la Recherche Scientifique und der Deutschen Forschungsgemeinschaft
                              veranstalteten Französisch-Deutschen Editorenkolloquiums Paris
                              1977</title>
                  <idno type="ISBN">3-261-03198-0</idno>
                  <editor>
                    <forename>Louis</forename>
                    <surname>Hay</surname>
                  </editor>
                  <editor>
                    <forename>Winfried</forename>
                    <surname>Woesler</surname>
                  </editor>
                  <imprint>
                    <pubPlace>Bern (u.a.)</pubPlace>
                    <biblScope unit="volume">Kongreßberichte 4</biblScope>
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                    <date>1979</date>
                  </imprint>
                </monogr>
                <series>
                  <title level="s">Jahrbuch für internationale
                              Germanistik</title>
                  <biblScope unit="volume">Reihe
                           A</biblScope>
                </series>
              </biblStruct>
            </listBibl>
          </div>
          <div type="subsection" xml:id="links">
            <list>
              <item>
                <ref target="/o:konde.33" type="internal">Archivausgabe</ref>
              </item>
              <item>
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              </item>
              <item>
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              </item>
              <item>
                <ref target="/o:konde.151" type="internal">Ontologie</ref>
              </item>
              <item>
                <ref target="/o:konde.160" type="internal">Quellenedition</ref>
              </item>
              <item>
                <ref target="/o:konde.167" type="internal">Semantic Web</ref>
              </item>
              <item>
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              </item>
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              </item>
              <item>
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              </item>
              <item>
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            </list>
          </div>
          <div type="subsection" xml:id="projects">
            <list>
              <item>
                <ref target="http://musilonline.at" type="external">Musil Online</ref>
              </item>
              <item>
                <ref target="https://www.stefanzweig.digital" type="external">Stefan Zweig
                           digital</ref>
              </item>
              <item>
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